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Kochen

"Gutes Essen hält Leib und Seele zusammen!", so sagt man und da ist viel Wahres dran. Die Art und Weise, wie sich eine Gesellschaft ernährt sagt eine Menge über ihren Zustand aus. Wenn man sich regelmäßig im Stehen oder gar im Laufen eine Fertigpizza, Pommes rotweiß, Frikadellenbrötchen (oder gar deren "Hamburger" genannte Imitation) und anderes Fastfood in den Mund schiebt, ist irgendetwas grundsätzlich nicht in Ordnung. Und ebenso stimmt etwas nicht, wenn man das Aufwärmen vorgefertigter Konserven und das Zusammenrühren von "Fix"-Produkten für Kochen hält.

Leib und Seele trennen sich und was am "Essen" fehlt muß - so sagt es die gleiche Industrie, die derartige "Lebensmittel" herstellt durch Tabletten, Vitamindrinks und andere "Nahrungsergänzungsmittel" ausgeglichen werden.

Kann das gesunde, menschengerechte und menschenwürdige Ernährung sein, wenn man zu sogenannten "Lebensmitteln", deren Zutatenlisten gottlob den meisten unverständlich bleiben auch gleich noch die Medikamente kaufen muß, die Mangelerscheinungen vorbeugen? Oder wenn, wie beim sogenannten "functional food" medikamentenähnliche Substanzen gleich enthalten sind?

Wohl eher nicht. Aber ich höre immer wieder, daß angeblich keine Zeit zum Kochen ist, Kochen und Einkauf zu aufwendig sind und überhaupt, die ganze Arbeit...

In unserer kleinen Kochschule soll diesen Argumenten entgegengewirkt werden. Sicher, es ist schlecht möglich, schneller eine richtige, frische Mahlzeit zuzubereiten, als man ein Fertiggericht in die Mikrowelle schieben kann. Der Unterschied ist aber erheblich kleiner, als die meisten denken und besser schmecken wird es auch.

Was ist eigentlich "Kochen"?

Seit unser Vorfahr, der Homo Erectus, vor etwa 1,9 Millionen Jahren lernte, das Feuer zu beherrschen, bereiten wir unsere Nahrung zu. Erst durch das Erhitzen werden manche Lebensmittel genießbar oder leichter verdaulich.

Die meisten Knollen und Wurzeln, wie z.B. auch Kartoffeln, sind im rohen Zustand giftig, ihre Stärke ist für uns Menschen nur schwer bis gar nicht verdaulich. Rohes Fleisch ist sehr schnell verderblich und auch reine Fleischfresser brauchen sehr lange, um es zu verdauen. Gekocht sieht alles anders aus. Knollen und Wurzeln werden weich und auch das Fleischeiweiß wird aufgeschlossen und leichter verdaulich.

Allein durch das Garen wird die Energieausbeute bei bestimmten Nahrungsmitteln verdoppelt, während sich die Verdauungszeit stark verkürzt!

Es ist nicht übertrieben, zu sagen, daß wir erst durch das Kochen zu Menschen geworden sind. Das, was uns Menschen ausmacht, unser großes Gehirn, unsere Kunst, unsere Kultur, unser vorausschauendes, planendes Handeln... ist erst dadurch möglich geworden, daß wir dank gekochter Nahrung in der Lage sind, in sehr kurzer Zeit die zum Leben und zur Unterhaltung unseres Gehirns nötigen Nahrungsmengen aufzunehmen, ohne anschließend den halben Tag schlafen zu müssen.

Erst dadurch haben wir die Zeit gewonnen, das zu entwickeln, was man Zivilisation nennt.

Heute verstehen wir unter Kochen natürlich mehr, als nur ein Stück Fleisch über die Flamme zu halten, oder eine Knolle in die Glut zu werfen, obwohl Gegrilltes und Folienkartoffeln zweifelsohne sehr lecker sind. Unter Kochen verstehen wir heute auch Genuss. Wir erhitzen nicht nur der besseren Verdaulichkeit halber, sondern wir verfeinern, aromatisieren, würzen und verbinden.

In ihrer höchsten Ausprägung ist die Kochkunst mehr als bloßes Handwerk und natürlich wird nicht jeder den Aufwand einer Sterneküche treiben wollen oder können. Und deshalb wollen wir zeigen, daß man auch mit wenig Aufwand, Arbeit und Zeit Schmackhaftes zaubern kann.

In diesem Sinne viel Spaß beim Schmökern und Kochen!

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